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Die Wälder schweigen – Erich Kästner

18.09.2017

Die Jahreszeiten wandern durch die Wälder.
Man sieht es nicht. Man liest es nur im Blatt.
Die Jahreszeiten strolchen durch die Felder.
Man zählt die Tage. Und man zählt die Gelder.
Man sehnt sich fort aus dem Geschrei der Stadt.

Das Dächermeer schlägt ziegelrote Wellen.
Die Luft ist dick und wie aus grauem Tuch.
Man träumt von Äckern und von Pferdeställen.
Man träumt von grünen Teichen und Forellen.
Und möchte in die Stille zu Besuch.

Man flieht aus den Büros und den Fabriken.
Wohin, ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken
und wo die Spinnen seidne Strümpfe stricken,
wird man gesund.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm.
Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.

 

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Eine Antwort zu “Die Wälder schweigen – Erich Kästner”

  1. Jutta Maas sagt:

    Lieber Rolf Eversheim,
    was für ein passendes Gedicht hast Du für uns herausgesucht. Es stimmt, die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Zum Glück trösten die Wälder jeden. Deshalb auf in die Eifel. So oft wie möglich! Oder immer mal in den Blog schauen und gute Gedanken finden. Danke dafür.

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