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Wintersonnenwende, Thomastag und Rauhnächte

21.12.2017

In der keltischen Tradition bildet die Thomasnacht den Auftakt der Rauhnächte – und auch im Christentum wird dem Thomastag eine besondere Bedeutung beigemessen.

Der Thomastag ist der 21. Dezember. Dieser Tag ist in der evangelischen und anglikanischen Kirche (seit 1970 jedoch nicht mehr in der römisch-katholischen Kirche) der Gedenktag des Apostels Thomas, einer der zwölf Jünger Jesu. Auch im Volksmund wird weiterhin der 21. Dezember als Thomastag bezeichnet und die Nacht zum 21. Dezember als Thomasnacht.

Die längste Nacht des Jahres ist in der christlichen Tradition also dem „ungläubigen Thomas“ gewidmet, einem der zwölf Apostel Jesu. Die Geschichte vom „ungläubigen Thomas“ besagt, dass der Apostel das Wunder der Auferstehung Christi einfach nicht glauben konnte. Erst als Christus vor ihm erschien gelang es ihm, seine Zweifel abzulegen. Dem Apostel Thomas, der am längsten in der „Nacht des Zweifels“ weilte, wurde somit die längste Nacht des Jahres als Feiertag zugewiesen.

Außerdem ist der Thomastag eines der wichtigsten Treffen von Studentenverbindungen. Immer wieder am letzten Wochenende vor Weihnachten treffen sich in Nürnberg viele hundert Korporierte. So unterschiedlich wie die Farben der Verbindungen, so unterschiedlich sind auch die Menschen. Studenten und alte Herren von Universitäts- und Fachhochschulverbindungen, schlagende und nichtschlagende, Damen- und Männerverbindungen. Sie alle ziehen über den Christkindlmarkt und durch die Stadt. Finden sich bei den ortsansässigen Verbindungen ein und sind herzlich willkommen. Der Samstag lässt Zeit, Nürnberg unsicher zu machen.

Die Thomasnacht wurde, und wird teilweise bis heute noch, mit volkstümlichen Bräuchen begangen. So beginnt in Westfriesland, den neuen Bundesländern und Niederschlesien mancherorts ein zwölftägiges Glockengeläut, das die Geister während der Rauhnächte fernhalten soll.

In Kärnten hofften junge Bauern in die Zukunft zu sehen, indem sie am Zustand ihrer Zaunstecken abzulesen versuchten, ob ihre zukünftige Braut jung und frisch oder alt und morsch sein würde. In Altbayern hingegen probierten ledige Frauen in der Thomasnacht einen Blick auf ihren Zukünftigen zu erhaschen Dieser sollte ihnen im Traum erscheinen, wenn sie nackt auf einem Schemel einen Gebetsspruch aufsagten.

Da am 21. Dezember die Wintersonnenwende ist, der kürzeste Tag des Jahres („Ab dem Thomastag wächst der Tag um einen Hahnenschrei“), dementsprechend ist die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, die Thomasnacht, die längste Nacht des Jahres. An diesem Tag erreicht die Sonne ihren tiefsten Stand über dem Horizont im Jahreslauf.

Mit Rauhnächten bezeichnet man die Zeit zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar, eine energetisch herausfordernde Zeit (nicht umsonst sterben zu dieser Zeit besonders viele Menschen, macht die Polizei Überstunden, etc.). Während der Rauhnächte sollen dem Volksglauben nach die Tore des Totenreichs offen stehen und Geister und Dämonen umgehen.

Während der Rauhnächte sollen dem Volksglauben nach die Tore des Totenreichs offen stehen und Geister und Dämonen umgehen.

Nach alten Überlieferungen sollen die finsteren Mächte an diesen Tagen sehr mächtig sein, Seelen wiederkehren, Geister erscheinen, Dämonen Haus und Hof übernehmen. Haben Sie auch schon einmal gehört, dass man z. B. zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche aufhängen soll? Odin oder Frau Holle könnten ein Wäschestück mitnehmen und daraus ein Leichentuch für den Besitzer machen.

Für die Germanen waren die Rauhnächte eine besondere, heilige Zeit, in der nicht gearbeitet wurde. Stattdessen nutzte man die Zeit für die Familie, zum Feiern und zum Orakeln. In Haus und Hof wurde ausgiebig geräuchert, um Mensch und Tier, Hab und Gut zu beschützen und Dämonen zu vertreiben. Der Ursprung des Wortes „Rauhnacht“ scheint nicht ganz geklärt zu sein, neben dem „Rauch“ für den Brauch des Räucherns kommt ebenfalls das Wort „haarig“ (rûch) in Betracht, das auch “wild” bedeudet.

Die Vorhersagen beziehen sich auf das kommende Jahr und dabei steht jede der Rauhnächte für einen Monat im kommenden Jahr: die erste für den Januar, die zweite für den Februar usw. Alles wird in diesen Tagen beobachtet, so kann man z. B. auch anhand des Wetters Prognosen für das kommende Jahr erstellen. Jeder Tag hat eine ganz besondere Qualität, besondere Fragen, mit denen man sich auseinandersetzt. 2 Tage sind dabei besonders wichtig: der 28. Dezember und der 5. Januar. An diesen Tagen kann man all das bereinigen, was während der Rauhnächte nicht so gut gelaufen ist.

Die Rauhnächte als Ritual werden heute nur noch vereinzelt begangen, da uns der Zugang zu Mythen und Unerklärlichem heute weitgehend verloren gegangen ist – während auf der anderen Seite aber die Dinge immer noch wie einst gehandhabt werden, nur in modernen Ausgaben. Früher veranstaltete man zu Silvester lärmende Umzüge, um das Alte zu vertreiben, heute wird geknallt, was das Zeug hält, um das Neue zu begrüßen.

Die Rauhnächte sind eine gute Zeit, um offene Angelegenheiten zu klären, Rechnungen und Schulden zu bezahlen, Ausgeliehenes zurückzugeben, aufzuräumen und zu putzen, kurzum: um reinen Tisch zu machen!

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