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Septembergedanken

01.09.2017

1. September. Kalendarisch haben wir noch drei Wochen Sommer. Nebel liegt über den Tälern des Rheins und der Ahr. Er ist jetzt der Sonne gewichen, die noch leichtes Spiel mit ihm hat, und es liegt ein schöner Tag vor uns. Es ist die Zeit, die letzten schönen Sommerstunden intensiv und vielleicht auch bewusster als sonst zu genießen. Der Herbst stiehlt dem Tageslicht jeden Morgen und jeden Abend ein paar Minuten, die Tage werden schon merklich kürzer.

Freute ich mich Mitte August noch darauf, dass der überhitzte Lebensrhythmus des Sommers mit viel Aktivität und wenig Schlaf wieder in sein Normalmaß findet, so blicke ich jetzt mit Unbehagen auf die dunkle Jahreszeit. Früher hat es mir nichts ausgemacht, im Gegenteil. Ich habe die Erntezeit im Revier, Adventsstimmung, Weihnachtsmärkte, Weihnachten, Silvester und das bunte Karnevalstreiben gelebt und genossen und wie im Handumdrehen erwachte die Natur in den quirligen Frühling hinein.

Was macht es mit zunehmendem Alter in meiner Wahrnehmung so anders? Ich denke, es ist das Bewusster-Werden der eigenen Vergänglichkeit. Als würde ich mit jedem Blatt, das fällt, darauf hingewiesen, dass auch meine Tage weniger werden, so wie es von Geburt an bei jedem von uns vorgesehen ist.

Nein, es ist nicht die Natur, sie hat sich nicht verändert. Es ist meine Sichtweise, die ich verändern kann. Wenn die Blätter fallen, freue ich mich auf das Rauschen der Blätter, wenn ich dadurch laufe und darauf, dass die Drachen fliegen, dass Äpfel und Birnen geerntet werden, dass wir jeden Tag reichlich zu Essen haben. Es ist die Zeit, Erntedank zu feiern. Ich freue mich auf den Kerzenschein und den wärmenden Kaminofen und darauf, dass ich nächste Woche einen Holzvorrat geliefert bekomme. Ich freue mich darauf, an der Ahr Federweißen und Zwiebelkuchen zu genießen und auf Nüsse, Kastanien und Pilze. Ich freue mich auf die Einsamkeit der Waldspaziergänge und die anschließende Hitze der Sauna. Endlich kann ich mir Winterspeck anfuttern mit Wild, Kohlgerichten, Eintöpfen, Haxen und allem, was dazugehört. Ich freue mich auf eiskalte, klare Nächtemit einem Sternenhimmel, der im Jahreskreis an Winterabenden am schönsten ist, denn er zeigt 17 der 30 hellsten Sterne des gesamten Himmels. Und ich freue mich natürlich darauf, Krimis zu lesen und zu schreiben.

Nein, die Zeiten sind nicht dunkel, nur weil die Sonne sich rar machen muss. Die Tage und Nächte sind voll von Geschenken, die die Natur und unsere Lebensart für uns bereit halten. Greifen wir mit beiden Händen zu, leben wir im Einklang mit den Jahreszeiten und schöpfen aus dem Wunderhorn des Lebens. Denn dafür wurde es uns geschenkt.

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