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In die Eifel geboren: wie alles begann

12.09.2018

In die Eifel geboren

Montag, 2. März. Es ist der 61. Tag des Jahres 1959. Der Himmel zeigt sich ist leicht bewölkt bis heiter, die Temperaturen arbeiten sich im Verlauf des Tages von 1 Grad auf 16 Grad hoch. Karl-Heinz Köpcke wird abends zum ersten Mal die Tagesschau sprechen. Jedoch das Ereignis, was mich an diesem Tag und bis zum heutigen am meisten beschäftigt, erwähnte er mit keinem Wort. Meine Geburt war nicht von bundesweitem Interesse. Wenn ich es mir recht überlege, hat sich daran bis heute nichts geändert. Wäre ja auch noch schöner.

Es war eine gute Wahl, in die Eifel geboren zu werden, die ich in der Welt traf, wo ich herkomme. Und in die ich auch wieder zurückgehen werde. Allerdings habe ich mir den Start vermutlich nicht so holprig ausgesucht. Doch der Reihe nach.

Es geschah an jenem Tag zwei Stunden vor Sonnenuntergang, genau gesprochen um 16:10 Uhr. Die Ereignisse zuvor waren dramatisch. Meine Familie lebte im Forsthaus Lammersdorf, heute Ortsteil der Gemeinde Simmerath, Kreis Monschau. Meine Mutter sah der Geburt Ihres dritten Kindes vermutlich mit der Gelöstheit der Erfahrung entgegen. Ich weiß es nicht. Überliefert ist, dass nach den beiden Söhnen die Ankunft eines Mädchens auch willkommen gewesen wäre. Doch es kam ja anders. Überhaupt kam alles anscheinend irgendwie anders als geplant.

Im Forsthaus war alles gerichtet, so wie das zu der Zeit bei Hausgeburten gute fachliche Praxis war. Assistieren sollte eine junge Frau namens Lotte, die auch rechtzeitig in Schleiden losgefahren war. So rechtzeitig, dass es noch für einen amourösen Zwischenstopp irgendwo auf diesen 30 Kilometern gereicht hat. Dies wurde mir überliefert, als ich ein Alter erreicht hatte, in dem ich nach Ansicht der beiden ledigen Schwestern meiner Mutter ausreichend charakterlich gefestigt war (wenn sie überhaupt zu irgendeinem Zeitpunkt meines Lebens vermuteten!) und über das notwendige Hintergrundwissen zum Thema „amouröse Abenteuer“ verfügen sollte. Es war anlässlich meines vierzigsten Geburtstags, als ich zum ersten Mal von Lottes Abwegen erfuhr. Lotte war also entweder nicht charakterlich gefestigt oder es fehlte ihr das zeitliche Gespür für ihr kleines Abenteuer. Oder beides. Oder es war einfach nur schön und sie hat die Zeit vergessen. Was ich ihr wünsche.

In Unkenntnis von Lottes Liebesleben und ihrer Abwesenheit drängte ich nach draußen in die Welt. Ahnend, dass ich niemals wieder so behütet sein würde wie im Schoß der Mutter. Ob ich deshalb, quasi vorsichtshalber, die Nabelschnur um mich gewickelt habe, vermag ich nicht mehr zu sagen. Es war jedenfalls eine Maßnahme, die das Leben meiner Mutter und natürlich auch meines, das ja noch gar nicht so richtig begonnen hatte, ernsthaft bedrohte. Die Nabelschnur tat das, was sie in diesem Fall tun muss: sie riss bei meiner Geburt. Wenn ich den Schilderungen meiner Mutter glauben darf, und das tue ich, war es einzig dem segensreichen Wirken unseres Hausarztes Dr. Hugo F. zu verdanken, dass wir beide trotz unglaublichen Blutverlustes die Angelegenheit lebend überstanden haben. Im Gegensatz zu den Wänden des Schlafzimmers, die bis zur baldigen Renovierung beredte Zeugen meiner blutigen Menschwerdung waren. Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass bereits damals schon der Grundstein für meine heutige Homepage www.blutundwurst.de gelegt wurde. Warum der Weg dorthin so lange gedauert hat, wird zu klären sein.

 

Dr. Hugo wird auf meinem Lebensweg noch die ein oder andere Rolle spielen. Doch dazu später mehr. Spielen wollten, nachdem alles soweit wieder gerichtet war, meine beiden sechs und vier Jahre alten Brüder mit mir. Man hatte ihnen offensichtlich gesagt, es wäre jetzt ein Brüderchen da, mit dem sie spielen könnten. Nun, sie fanden ihr vermeintliches Spielzeug in Windeln gehüllt in einer Wiege liegen und betrachteten es ausgiebig, ohne ihm jedoch zu huldigen, was sie übrigens bis heute unterlassen. Dann wandten sie sich enttäuscht ab um der Familie kundzutun, dass sie mit mir nicht spielen könnten, ich sei völlig ungeeignet dafür. Mit diesen Worten ließen sie mich erst mal in Ruhe und auch größer werden, ehe sie für sich den Zeitpunkt ausmachten, ab dem sie ihren kleinen Bruder – wenn er denn nun schon mal da war – mit teilweise äußerst fragwürdigen Aktionen an ihrem Leben teilnehmen ließen. Oder besser gesagt, den Unterhaltungswert ihres Lebens zu meinen Lasten erhöhten.

Nu weest de ett!

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