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Nu wees de ett! (Un)mögliche Erlebnisse eines Eiflers

11.09.2018

Ich halte meinen eigenen Lebensweg nicht für so bedeutsam, dass er seinen Niederschlag in Memoiren finden sollte. Auch wenn eben dieses Leben mich manchmal niedergeschlagen hat – aber damit befinde ich mich ja in bester Gesellschaft. Wie ich bei unseren Familienfeiern und bei meinen Buchlesungen allerdings immer wieder feststelle, scheint das ein oder andere Erlebnis einen hohen Unterhaltungswert zu besitzen. So werde ich immer wieder gebeten, einen „Schwank aus meinem Leben“ preis zu geben. Da ich offensichtlich damit Menschen eine Freude bereiten kann, worin ich einen wesentlichen Grund für meine menschliche Existenz sehe, reifte, nein explodierte in mir der Gedanke, meine ganz persönlichen Lach- und Sachgeschichten in meinen Blog zu schreiben. Ich tue dies als „Unfugmaus“, wie meine Nichten und Neffen auch heute noch liebevoll ihren Onkel nennen, der sie seit 30 Jahren zum Lachen bringt. Es ist eins der schönsten Komplimente, das ich je bekommen habe, weil damit liebevoll und anerkennend zum Ausdruck gebracht wird, dass Unfug und Lachen im Leben einen höheren Stellenwert besitzen als sich Fügen und Weinen.

Wie kommt es nun zum Titel „Nu weest de ett?“ Für nicht Eifeler „Nun weißt Du es!“

Unsere Tante Pia wurde alters- und krankheitsbedingt mürrischer, als wir sie je vorher kannten. Wenn sie meine Brüdern und mich bei unseren Besuchen über den Fortschritt ihrer Krankheit in Kenntnis setzte oder darüber wer im Ort mit wem ein Verhältnis hatte oder wer kürzlich verstorben war oder sich auf dem besten Weg dahin befand, dann endete ihre Schilderung stets mit dem Schlussakkord „Nu wees de ett!“. Was soviel meinte wie „habe ich es Euch nicht gesagt?“, „seht, wie schlecht die Welt ist“ oder auch „und was tut ihr jetzt dagegen?“. Oder auch einfach nur, wie der Lateiner es in nur einem Wort ausdrückt „sic!“ Da Pia  – außer vermutlich unverständlichem – Kirchenlatein zu Recht rein gar nichts mit dieser Sprache zu tun hatte, brachte sie in ihrem heimischen Eifler Platt das zum Ausdruck, was sie glaubte, uns wissen lassen zu müssen.

„Nu weest de ett!“ ist in Familie und Freundeskreis ein geflügeltes Wort geworden, mit dem wir, entsprechend bester rheinischer Tradition, auch dem Schlimmsten, was wir zu berichten haben, noch eine humorvolle Note abringen können.

Wenn an dieser Stelle und auch bei künftigen Schilderungen unsere Tante vielleicht manchmal mit einem ironischen Zwinkern zitiert wird, so geschieht dies stets in liebevoller und dankbarer Erinnerung an diese Frau, die sich für heute Verhältnisse unvorstellbar hart durch ihr Leben gearbeitet hat, die wahrhaft köstlich kochen konnte und immer in Sorge für ihre Familie war. Pia, ich liebe Dich so, wie Du warst.  „Nu weest de ett!“

Noch ein Wort zuvor: Manche Namen sind Echtnamen, so wie meiner. Oder wenn die erwähnte Person schon so lange verstorben ist, dass keine dummen Bemerkungen über sie oder rechtliche Schritte gegen mich zu erwarten sind. Andere Namen werden kurzerhand geändert, darauf wird hingewiesen.

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4 Antworten zu “Nu wees de ett! (Un)mögliche Erlebnisse eines Eiflers”

  1. Ferdi vg Bolte sagt:

    Lieber Rolf,
    manchmal heißt es ja: wenn über eine dumme Sache Gras gewachsen ist, kommt irgendso ein Kamel und frist es wieder runter.
    In diesem Sinne: Ich freue mich auf deine Geschichten, wünsche Guten Appetit beim Grasfressen, und wie wir in Westfalen sagen ‚So!‘

  2. Barbara Fuhge sagt:

    Tolle Idee ich bin sehr gespannt…

  3. Rosel Ball sagt:

    Da bin ich aber sehr gespannt. Die Einleitung ist auf jeden Fall schon vielversprechend.

  4. Jutta und Truppen sagt:

    Was für eine geniale Idee, lieber Rolf. Und wie wir uns auf Deine verzällchen freuen.

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