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Klassentreffen in Monschau

11.09.2017

Neun Jahre bin ich durch diese Tür gegangen – oft mit frohem und beschwingtem Herzen, aber auch an manchen Tagen voller Sorgen und Traurigkeit. Das St. Michael-Gymnasium in Monschau war viele Jahre der Lebensmittelpunkt unserer Klassengemeinschaft, bis es dann plötzlich vorbei war, so wie Weihnachten auch jedes Jahr plötzlich kommt. Das Abi voller Stolz in der Hand und tief drinnen eine Leere, ohne den gewohnten Tagesablauf und bei mir persönlich ohne jeglichen Masterplan für die weitere Zukunft. Eins habe ich gelernt: Es geht auch ohne Masterplan. Nur glaube ich nicht, dass es für jeden der beste Weg ist.

Und dann der besondere Tag am vergangenen Samstag: Wiedersehensfeier nach vierzig Jahren. Es gab im 5-Jahres-Turnus Treffen, ich war vor zwanzig Jahren dabei und jetzt. Waren wir aufgekratzt, als wir uns in der Pausenhalle trafen. Einige erkannten sich sofort, andere mussten zweimal hinschauen, ganz selten wurde mal nachgefragt „wer bist Du denn?“, um sich dann gegenseitig vor Lachen zu schütteln, wenn die Identität geklärt war. Ach Du warst doch der, der………. Wiedererkennungsversuche anhand der Haarpracht waren zum Scheitern verurteilt. Die Mähnen von damals sind kurzen oder ausgefallenen Haaren gewichen. Bei den Jungs war ein deutlicher Grauanteil sichtbar, die Mädels hatten sich meist farblich arrangiert.

Dann gab es die Bilder von damals, die Fragen nach den Lehrern, die noch lebten. Da bahnte sich auch bisweilen vierzig Jahre lang nicht vergessene Wut ihren Weg an die Oberfläche – und ich denke, es war der richtige Ort und die richtige Zeit dafür, diese negativen Gefühle aus der Schulzeit hoch kommen zu lassen, noch einmal anzuschauen und um sie dann für alle Zeiten loszulassen. Die Traurigkeit über die, die nicht mehr unter uns weilen, haben wir nicht verdrängt, wir haben ihr aber auch nicht zu viel Raum gegeben. Ich glaube, viele machen es so wie ich und geben diesen Gefühlen nach der Rückkehr den Raum, den sie verdienen.

Und unter die vielen lustigen Geschichten und heiteren Wiedersehensgespräche mischten sich dann auch die tragischen Lebensgeschichten. Voller Bewunderung blicke ich darauf, mit welchem Lebenswillen und welcher Lebensfreude Schicksale angenommen und gemeistert werden. Natürlich blieben aus einer gewachsenen Distanz, die an einem kurzen Tag nicht überbrückt werden kann, vieles an der Oberfläche. Aber es gab viele ernst gemeinte Absichtserklärungen, sich in kleineren Einheiten bald schon wieder zu sehen. Dafür spricht auch, dass sich die alten Cliquen schnell wieder zusammengefunden hatten. Ganz besonderer Dank gebührt denen, die dieses Treffen erst ermöglicht haben. Und unserer früheren Lehrerin Freya Schwärzel, die uns am Abend nicht nur mit ihrem Besuch überrascht hat, sondern auch mit ihrer Vitalität und Quirligkeit.

Es war ein vielfältig bewegender Tag für mich und ich freue mich auf ein nahes Wiedersehen. Bis dahin lebt wohl und passt auf Euch auf! Einen irischen Reisesegen gebe ich uns mit auf den Weg.

Möge die Straße uns zusammenführen
und der Wind in Deinem Rücken sein;
sanft falle Regen auf Deine Felder
und warm auf Dein Gesicht der Sonnenschein.

Führe Die Straße, die Du gehst
immer nur zu Deinem Ziel bergab;
hab wenn es kühl wird, warme Gedanken
und den vollen Mond in dunkler Nacht.

Bis wir uns mal wiedersehen,
hoffe ich , dass Gott Dich nicht verlässt;
er halte Dich in seinen Händen,
doch drücke seine Faust Dich nicht zu fest.

 

Oder als Lied auf Youtube.

 

 

 

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5 Antworten zu “Klassentreffen in Monschau”

  1. Dagmar Kunz-Mosley sagt:

    Lieber Rolf, liebe frühere Mitschüler/innen,

    ich habe mich riesig gefreut, so viele von Euch wiederzusehen; einige habe ich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen, andere vor 40 Jahren. Für mich war es ein ganz besonderer Tag, leider viel zu kurz. Gerne hätte ich mich mit allen ausgetauscht und etwas geplaudert.

    Lieber Rolf, ich finde, Du hast die Stimmung und die aufgekommenen Emotionen sehr gut analysiert und in Sprache umgesetzt. Mir ging es genauso, auch die Unsicherheit, wie wird es wohl werden nach so vielen Jahren.
    Besonders gut gefallen hat mir Dein irischer Reisesegen, der den Geist des Wiedersehens gut wiedergibt. Vielen Dank!

    Ich unterstütze Michaels Vorschlag sehr, sich in kürzeren Abständen zu treffen; wer Zeit und Lust hat, kommt. Man könnte das dann evtl. mit einem Wochenende verbinden, an dem man dann auch eine Wanderung in der schönen Eifel machen könnte. Dann hätten wir auch mehr Zeit für individuelle Gespräche. Wenn ich es früh genug weiß, komme ich sehr gerne. Den Vorschlag, sich mindestens einmal im Jahr zu treffen, halte ich für gut und umsetzbar. Wir sind hoffentlich mittlerweile alle soweit, dass wir der Karriere nicht mehr hinterher eilen müssen.
    Ebenso unterstütze ich die Idee, die noch bekannten Lehrer dazu einzuladen.
    Wenn ich bei der Organisation unterstützen kann, mache ich das gerne.

    Euch allen herzliche Grüße und hoffentlich bis auf bald.

    Dagmar

  2. Michael sagt:

    Hallo Ihre lieben Ehemalige,
    Kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschließen: es war einfach toll!

    Nur ein paar Gedanken für die Zukunft:
    – Man könnte so ein Treffen ja durchaus jedes Jahr stattfinden lassen, ist ja egal, wieviele dann kommen können und es kônnte ja auch in einem weniger aufwendigen Rahmen stattfinden, so zum Beispiel eine Art Klassenstammtisch. Da muss man eigentlich nur ein Datum und einen Ort festzulegen. Und alles drei Jahre macht man halt was Größeres.
    – Man sollte systematisch die auffindbaren Lehrer zu unseren Treffen einladen. Frau Schwärzel hat uns gezeigt, wie gut sie in unser Treffen passt.
    – Man könnte unsere Fotosammlung online stellen. Ginge das hier, Rolf? Oder sollte man eine eigene Webseite einrichten?
    – Ich schlage weiterhin eine Klassenfahrt vor. Stehe gerne zur Verfügung, in Brüssel, Paris oder London etwas mitzuorganisieren

    Freue mich auf Eure Reaktion!
    Herzlichst
    Michael

  3. Sepp (Josef) Sauder sagt:

    Ich habe es genossen. Besser kann ich es nicht ausdrücken. Es war großartig, Euch nach so langer Zeit wiedergesehen zu haben. Ich war immerhin zuletzt vor 20 Jahren dabei. Selber schuld!
    Ich stimme der angedachten Verkürzung des Zyklus auf 3 Jahre unbedingt zu. Wenn jemand in 5 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht dabei sein kann, dann muss sie oder er insgesamt 10 Jahre auf das nächste Treffen warten. Und dafür werden wir, mit Verlaub, allmählich zu alt.
    Wenn dem einen oder anderen dies zu kurz ist, weil sie oder er mein Gesicht z. B. nicht schon wieder sehen will, muss man auch nur 1 Jahr auf die jetzige Wartezeit draufpacken. Was man dann aber auch aushalten muss und sicher kann.
    Ich würde mich jedenfalls riesig freuen Euch 2020 wiederzusehen. Und Bernd ist ja dann auch noch im Dienste der Bildung unterwegs.
    Und bei Dr. Gotzen will ich mich herzlich für die Grüße und die nette Einladung bedanken.

  4. Lieber Herr Dr. Eversheim, liebe Jubilare!
    Gerne hätte ich Sie auch an unserer bzw. Ihrer Schule begrüßt, war aber aus privaten Gründen verhindert.
    Ich freue mich sehr darüber, dass Sie sich am MGM getroffen haben und eine gute Zeit hier verbracht haben.
    Ich hoffe, Sie bleiben der Schule – wie man so schön sagt – treu und werden noch viele Treffen hier abhalten.
    Ihnen allen ein herzlicher Gruß und alles Gute!

    Dr. Bernd Gotzen
    aktueller Schulleiter am St.-Michael-Gymnasium

  5. Dieter Dosquet sagt:

    Mich hat es auch ungemein gefreut die alten Kumpels, da bezieh ich die Frauen mit ein, noch mal in so großer Zahl und so großer Freude gesehen und erlebt zu haben. Alle waren glaub ich begeistert und das spürte man wohltuend. Was mich am meisten verwunderte oder überraschte, mein letztes Zusammensein mit den Leuten, die man 9 Jahre jeden Tag um sich hatte, liegt auch 20 Jahre zurück, war, keine(r) hat sich in ihren (seinen) Gesten verändert, man war sofort vertraut und das war schön so. Es war vieles einfach wie früher, auch wenn man viel neues erfuhr und auch zu erzählen hatte und weniger fragte, kann ich mal deine Matheaufgaben haben??? Auf viel neue Treffen.

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